Seit 1996 rufen die Tibet Initiative Deutschland und Unterstützerinnen und Unterstützer in Kommunen dazu auf, am 10. März die tibetische Flagge an Rathäusern und öffentlichen Gebäuden zu hissen. Die Aktion dient als sichtbares Zeichen der Solidarität mit der tibetischen Bevölkerung und knüpft an den Jahrestag des Volksaufstands von 1959 an.
Jahrestag des Aufstands von 1959
Der 10. März erinnert an den Beginn eines Volksaufstands gegen die chinesische Herrschaft. Nach Angaben der Überlieferung versammelten sich damals rund 30 000 Menschen vor der Sommerresidenz des Dalai Lama nahe Lhasa. Sie machten damit ihrer Sorge um den religiösen Führer und ihrer Forderung nach Unabhängigkeit Luft, obwohl bereits Waffen gegen die Protestierenden gerichtet waren und erste Explosionen zu verzeichnen waren. Am 21. März eröffnete die chinesische Armee das Feuer, dem nach Angaben verschiedener Quellen Tausende zum Opfer fielen.
Entwicklung der Kampagne
Die Kampagne begann 1996 mit 21 Pionierkommunen und ehrenamtlichem Engagement. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Beteiligung ausgedehnt. Heute hissen jährlich mehr als 450 Städte, Gemeinden und Landkreise die tibetische Flagge öffentlich. Zu den beteiligten Kommunen zählt unter anderem Brandenburg an der Havel.
Die Initiative richtet sich gezielt an kommunale Verwaltungen. Sie versteht die Aktion als symbolische Geste, mit der lokale Parlamente und Verwaltungen auf die Situation in Tibet aufmerksam machen wollen, ohne dass daraus automatisch politische Maßnahmen auf höherer Ebene folgen.
Die Flagge als politisches und kulturelles Symbol
Die heute als tibetische Nationalflagge bekannte Fahne wurde 1916 entworfen. Sie verbindet buddhistische und kulturelle Elemente aus Tibet. Dazu gehören die sogenannten Schneelöwen, die in der Tradition als Zeichen für Regierungsgewalt gelesen werden, und die aufgehende Sonne, die als Sinnbild für wiederkehrendes Leben verstanden wird. In politischen Debatten gilt die Flagge als Ausdruck des Anspruchs auf Selbstbestimmung und Freiheit.
Die jährliche Flaggenaktion steht damit sowohl für die Erinnerung an die Ereignisse von 1959 als auch für anhaltende politische Forderungen und kulturelle Identität. In Deutschland bleibt die Teilnahme an der Aktion freiwillig und variiert von Kommune zu Kommune.
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