Donnerstag, 19.02.2026

Nach dem Berliner Blackout: Wie kann man vorsorgen?

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Die Energieversorgung und das Stromnetz sind höchst fragil. Ein Netz benötigt immer so viel Energie, wie gerade verbraucht wird, die Toleranzgrenze beträgt dabei nur wenige Prozent. Wenn Lieferung und Verbrauch nicht mehr übereinstimmen, kommt es zum Stromausfall. Das konnte man vor einiger Zeit in Spanien und jetzt auch in Deutschland beobachten.

Der Blackout in Berlin hat vielen Menschen deutlich vor Augen geführt, was passiert, wenn der Strom weg ist und wegbleibt. Ihr gesamter Alltag ist abhängig von einer funktionierenden Energieversorgung. Binnen kürzester Zeit stand in Berlin nicht nur die U-Bahn still und die Ampeln fielen aus, sondern auch die Handynetze brachen zusammen. Die Heizungen funktionierten nicht mehr, Kochen wurde ebenso zur Herausforderung wie das Einkaufen.

Jetzt nach dem Blackout in Berlin stellt sich die Frage, was die einzelnen Bürger und Unternehmen tun können, um für den Fall eines Blackouts vorzusorgen. Schließlich waren in Berlin zwar zehntausende Menschen betroffen, ein großflächiger Stromausfall ist darunter jedoch nicht zu verstehen.

Was ist ein Blackout?

Darunter versteht man einen großflächigen, länger anhaltenden Stromausfall, der die Stromversorgung ganzer Regionen oder Länder betrifft. Ausgelöst kann er nicht nur durch einen Anschlag wie in Berlin, sondern auch durch technische Defekte, Wetterereignisse, Überlastungen oder Cyberangriffe werden. Die Energiewende, die mit ihren unzuverlässigen Stromquellen wie Wind oder Sonne das Netz ebenso unter Stress setzt, kann ebenso zum Problem werden. Die Netze werden immer komplexer und damit auch anfälliger.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit?

Geht es nach dem Österreichischen Bundesheer, dann ist die Wahrscheinlichkeit eines großflächigen Blackouts innerhalb weniger Jahre sehr hoch. Diese Risikoeinschätzung gewinnt umso mehr an Gewicht, wenn man bedenkt, dass diese Experten vor Jahren die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie ähnlich hoch eingeschätzt hatten.

Schließlich kann bei einem Stromausfall der sogenannte Kaskadeneffekt eintreten. Dieser wirkt wie ein Dominoeffekt und zieht immer weitere Bereiche des Netzes in Mitleidenschaft. Strom ist der zentrale Antriebsmotor für die Infrastruktur eines Staates. Dazu zählen nicht nur die Wasserversorgung, sondern auch Verkehr, Gesundheitswesen, Supermärkte, die Kommunikation und die gesamte Infrastruktur im Netz, wie Online Slots oder der Zugang zum Online-Banking.

Österreichs Bundesheer mahnte daher schon vor Jahren eine umfangreiche Vorbereitung von Staat und Bürgern an. Die Zivilschutzbehörden verstärkten daher ihre Bemühungen, die Bürger aufzuklären. Verantwortliche in den Gemeinden begannen damit, Notfallpläne zu erarbeiten und gemeinsam mit den Supermärkten den Ablauf in der Verteilung von Notfallrationen zu planen.

Die Folgen im Alltag

Die Auswirkungen für die Bevölkerung wären schließlich verheerend. Wohnungen und Häuser sitzen bei einem Blackout im Dunkeln. Die Heizung funktioniert nicht mehr, die Kühlschränke tauen auf. Aufzüge bleiben stecken, bargeldlose Zahlungen sind nicht mehr möglich. Die Banken bleiben geschlossen, Bankomaten funktionieren nicht mehr. Wer über kein Bargeld verfügt, kann nicht mehr bezahlen.

Das Internet fällt ebenso aus, wie die Mobilfunknetze. Toiletten funktionieren nur mehr eingeschränkt. Die Lebensmittel werden knapp, weil die Kühlketten nicht mehr funktionieren, Tankstellen können keinen Treibstoff liefern. Krankenhäuser stellen den Betrieb ein, sobald die Notstromaggregate keinen Treibstoff mehr haben.

Die wichtigsten Vorräte und Abläufe

Damit wird klar: Vorsorge schützt und zeugt von verantwortungsvollem Handeln. Experten empfehlen privaten Haushalten, so weit vorzusorgen, dass sie zumindest 72 Stunden durchhalten können. Dazu gehört ein entsprechender Vorrat an Trinkwasser und Lebensmitteln. Als Maßgröße gelten zwei Liter Wasser pro Tag und Person. Haltbare Lebensmittel wie Konserven, Nudeln und Reis sollten ebenso vorhanden sein, wie Babynahrung, Tiernahrung und die Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen.

Zu einer Notfallausrüstung zählen Taschenlampen mit ausreichend Batterien ebenso wie Kerzen und Streichhölzer, ein batteriegetriebenes Radio und eine Powerbank als Stromspeicher für das Mobiltelefon. Ausreichend Bargeld sorgt dafür, dass dringend notwendige Einkäufe, wenn möglich, erledigt werden können.

Im Zuge eines Blackouts wird die Kommunikation entscheidend. Dabei verbleiben oft nur die direkte Kommunikation und ein batteriebetriebenes Radio. Damit können die Betroffenen die Anweisungen der Behörden empfangen.

Innerhalb einer Familie ist es daher wichtig, vorher abzusprechen, wie man sich verständigt und wo man sich im Katastrophenfall wiedertrifft. Eine gut organisierte Nachbarschaft kann als Auffangnetz in Notsituationen helfen, den Krisenfall gut zu bewältigen.

Unternehmen sollten entsprechende Notfallpläne erarbeiten und ihre Energieversorgung durch Notstromaggregate absichern. Das gilt vorwiegend für kritische Bereiche der öffentlichen Infrastruktur wie Krankenhäuser, Wasserwerke und Telekommunikationsanbieter. Damit kann ein Blackout zumindest zeitweise abgefedert werden, bis Lösungen gefunden sind.

Die Rolle des Staates

Sicherheit zählt zu den Kernaufgaben jedes Staates. Dieser ist daher gefordert, den Schutz seiner Infrastruktur weitestgehend zu gewährleisten und seine Bevölkerung über die Gefahren eines Blackouts aufzuklären. Der Stromausfall in Berlin hat gezeigt, dass viele Menschen nicht wissen, was im Fall eines Blackouts zu tun ist.

Die Folgen des terroristischen Anschlags haben gezeigt, welche Schwachstellen eine Gesellschaft aufweist. Gleichzeitig bietet der Blackout die Chance, aus den Fehlern von Berlin zu lernen. Die richtige Vorbereitung kann die Folgen deutlich mildern, doch dazu sind umfassende Vorarbeiten nötig. Die Vorsorge für einen möglichen Blackout sollte daher möglichst detailliert geplant sein. Mitarbeiter staatlicher Einrichtungen müssen wissen, was auf sie zukommt, und entsprechend geschult werden. Schließlich tragen die Bürger nicht nur Verantwortung für ihre Familie und sich selbst, sondern auch der Staat für die Gesellschaft.

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